Content Marketing: Die Versicherungsbranche bietet großes Potenzial (3/4)

18. Juli 2016

Content Marketing: Die Versicherungsbranche bietet großes Potenzial (3/4)

Die „Beratung vor der Beratung“ ist ein entscheidender Ansatz im Content Marketing. Einige Unternehmen aus der Finanzdienstleistungsbranche haben das Thema bereits vorbildlich umgesetzt. Im dritten Teil unserer Reihe „Content Marketing ist nicht Marketing, sondern Vertrieb“ präsentieren wir einige dieser Beispiele: 

Eine Handvoll Unternehmen aus der Finanzdienstleistungsbranche hat sich bereits an das Thema Content Marketing herangetraut. Die Ansätze sind dabei so verschieden wie die Möglichkeiten, die geboten werden. Content Marketing Strategien für die Branche können sehr unterschiedliche Ansätze verfolgen.

Eine Möglichkeit setzt auf das Empowerment potenzieller Kunden durch das Anbieten von nützlichem Wissen und Know-how: die „Beratung vor der Beratung“. Diesen Ansatz hat sich zum Beispiel die ING DiBa in ihrer Content Marketing Kampagne auf die Fahne geschrieben und Verbraucher mit einem Finanz-ABC versorgt, in dem Tipps zum Umgang mit Finanzen und Geld bereit gestellt werden. Ein weiteres Beispiel aus der Branche ist die Content-Initiative „Echte Träume“ der Targobank. Mit emotionalen Filmen appelliert die Bank an vergessene Kindheitsträume und bettet diesen mit weiteren Inhalten auf der namensgleichen Content-Plattform ein.

Die Allianz beschäftigt sich in journalistisch aufbereiteten Themenheften mit emotionalen Geschichten aus dem Leben. Ein humorvolles und unterhaltendes Beispiel finden Leser des Themenheftes der Versicherungsgesellschaft ebenfalls. So verschwinden zum Beispiel die Allianz Schadensregulierer in die virtuelle Welt des Films „Der Hobbit“ oder des Computerspiels „Grand Theft Auto“ und berechnen den dort entstandenen Schaden.

Die Generali Versicherungen haben darauf gesetzt, das Vertrauen in ihre Kompositversicherungen (Sach/ Unfall/ Haftpflicht/ Kfz) weiter zu stärken. Um der öffentlichen Kritik, der die Kompositversicherungen ausgesetzt sind, entgegen zu wirken, reagierte das Versicherungsunternehmen mit einer Umfrage zum Thema Schadensmanagement. Damit ging die Versicherung Vorwürfe gezielt an und nutzte die Zufriedenheit mit der Schadensregulierung. Die Ergebnisse und der Zusatznutzen für den Kunden in Form von Hinweisen zur Prävention und zum Verhalten im Schadensfall kommunizierte die Versicherung über ein Spezial-Magazin und verbreitete den Content über zahlreiche Kanäle. Der Ansatz der Versicherung ist aufgrund seiner Kurzfristigkeit nicht als tatsächliche Content Marketing Strategie zu sehen. Inwieweit dieser Ansatz also langfristig trägt bleibt abzuwarten.

In der Finanzdienstleistungsbranche bietet sich als Ansatz für eine Content Marketing Strategie auch das Thema Prokrastination. Denn gerade Versicherungen sind komplexe Produkte, die für den Konsumenten schwer greifbar sind. Schutz und Absicherung ist von allen gewünscht, doch die wenigsten möchten sich mit diesen Themen auseinandersetzen und schieben sie lieber auf. Die amerikanische Versicherungsgesellschaft Prudential hat in ihrer Content Marketing Strategie „The Challenge Lab“ unter anderem dieses Thema aufgegriffen. In witzig aufbereitetem Video-Content erklärt das Unternehmen, wie das menschliche Gehirn funktioniert, und warum Prokrastination eigentlich ganz normal ist – jedoch überwunden werden kann. Darüber hinaus hat Prudential weitere Themenfelder mit unterhaltsamem Video-Content bespielt. Die Ausgangslage war zum einen die ebenfalls skeptische Haltung von Verbrauchern gegenüber der Finanzdienstleistungsbranche. Zum anderen konzentrieren sich Menschen oftmals mehr auf das Geld, das sie heute brauchen als das, was sie für später einmal benötigen. Prudential wollte erreichen, dass etwas so kritisches und ernstes wie die finanzielle Planung Teil der kulturellen Konversation wird und Menschen dazu motivieren, aktiv und mit Interesse ihre Zukunft zu planen. Das amerikanische Unternehmen hat sich dabei nicht nur mit dem richtigen Content auseinandergesetzt, sondern auch mit dem Return on Investment. Laut des Unternehmens hat die Kampagne unter anderem Umsatzsteigerungen erzielt, die seit Jahren nicht mehr erreicht wurden. In den USA hat sich die Erkenntnis, dass Content Marketing eigentlich nicht Marketing ist, sondern Vertrieb, schon stärker durchgesetzt als in Deutschland.

Für den vollständigen Artikel „Content Marketing ist nicht Marketing, sondern Vertrieb“ schicken Sie uns eine kurze Nachricht an: henrique.darosa@counterpart.de.

Content Marketing Reihe

Teil 1: Neue Herausforderungen in der Kundenkommunikation

Teil 2: Zeit für einen Perspektivwechsel

Teil 3: Die Versicherungsbranche bietet großes Potenzial

Jetzt bewerten
Nach oben