Die Filterblase: Fluch oder Segen?

20. Februar 2020

Die Filterblase: Fluch oder Segen?

Das Internet ermöglicht es, jederzeit auf sämtliche Informationen zuzugreifen. Suchmaschinen zeigen in Sekundenschnelle tausende Suchergebnisse zu einem einzigen Stichwort an. Der Recherchierende findet die für ihn relevante Information oft auf der ersten Seite der angezeigten Ergebnisse. Doch woher weiß die Suchmaschine, welche Informationen für den Nutzer interessant sind?

Websites nutzen Algorithmen, um zu beurteilen auf welche Inhalte der Suchende abzielt und „personalisieren“ so das Web. Die Algorithmen beachten dabei unterschiedliche Faktoren: den Standort des Nutzers, seine Suchhistorie und Suchverhalten im Internet oder die Interaktion auf sozialen Netzwerken. Recherchiert zum Beispiel jemand im Internet nach „Pizza“, während er sich in Köln befindet, erhält er in erster Linie Informationen über Lieferservices und Pizzerien in seiner Nähe. Der Nutzer befindet sich somit in einer isolierten Blase von Informationen, die die Suchmaschine für ihn entsprechend der gegebenen Faktoren gefiltert hat – der Filterblase (Englisch: filter bubble).

Einerseits unterstützt die Filterblase den Suchenden dabei, in kurzer Zeit für ihn relevante Ergebnisse zu finden. Diese Filterung birgt jedoch auch Risiken, denn schließlich bestimmt die Suchmaschine, welche Informationen der Nutzer erhält. Dadurch verengt sich sein Blickfeld und er recherchiert sozusagen mit Scheuklappen. So kann die Filterblase, in der er sich der Suchende befindet, sein Denken und seine Meinung beeinflussen.

Uns als Agentur für Digital- und Contentmarketing stellt das vor die Herausforderung Inhalte zu veröffentlichen, die nicht von der Filterblase verschluckt werden und die richtigen Menschen erreichen. Content sollte natürlich auf die entsprechende Zielgruppe zugeschnitten und für sie relevant sein – einen Mehrwert bieten. Auch die Bespielung unterschiedlichster Kommunikationskanäle, vom Social Media Auftritt bis zur SEO-optimierten Website ist hilfreich, um die Filterblase zu durchdringen und eine große Reichweite zu erzielen.

Wir bei Counterpart gehen gerne auch ungewöhnliche Wege, um aus der Masse hervorzustechen. Entscheidend dabei ist insbesondere das Timing. Dabei verlieren wir nie Muhammad Alis Taktik aus den Augen: „Tänzeln wie ein Schmetterling und im entscheidenden Moment zustechen wie eine Biene.“

 

Update (Februar 2020): Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Forschern der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, der Universität Hohenheim und dem GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Köln stellt das Phänomen der Filterblase jedoch in Frage. Eine Messung des Web-Browsing-Verhaltens von mehr als 5.000 deutschen Internetnutzern ergab, dass die Userinnen und User durch den Gebrauch von sozialen Netzwerken und Suchmaschinen entgegen der Filterblasen-Theorie mit einer größeren Vielfalt an Nachrichtenseiten in Kontakt geraten. Dies geschehe häufig auch zufällig, beispielsweise durch geteilte Posts ihrer Kontakte. Daraus schließen die Forscher, dass Nutzerinnen und Nutzer, die mehr in sozialen Netzwerken unterwegs sind, auch eine größere Anzahl an Nachrichten aus mehr Quellen zu sehen bekommen.

Es bleibt abzuwarten, ob die Ergebnisse der Studie durch weitere Untersuchungen untermauert werden können. So oder so sollten Unternehmen und Agenturen bei der Erstellung von Online-Content die Möglichkeit des Bestehens einer Filterblase im Hinterkopf behalten, auf wertige Inhalte setzen und mit einem gezielten Kommunikationskonzept überzeugen.

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